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Der AKADEMIKERiNNEN-GUIDE 2018 von CAREER

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Seit 29 Jahren erscheint Österreichs Karrierebibel im CAREER Verlag – der AKADEMIKERiNNEN-GUIDE, Österreichs Entscheidungsratgeber für den jungen Arbeitsmarkt.

Liegt ein

Liegt ein Entlassungsgrund vor, ist die Entlassung berechtigt erfolgt. Liegt ein solcher nicht vor, ist sie unberechtigt. Eine Entlassung muss vom Arbeitgeber – abgesehen von einer kurzen Übergangsfrist – unverzüglich nach dem Bekanntwerden des Entlassungsgrundes ausgesprochen werden. Passiert dies zu spät, ist eine Entlassung – trotz Vorliegen eines Entlassungsgrundes – unberechtigt. Grundsätzlich beendet jede Entlassung – auch eine unberechtigte – das Dienstverhältnis sofort. Die Konsequenzen sind aber je nachdem, ob die Entlassung berechtigt oder unberechtigt war, sehr unterschiedlich. Entlassungsgründe sind gesetzlich geregelt. Ein/e Angestellte/r liefert u. a. einen Entlassungsgrund, wenn er/sie • ohne rechtmäßigen Hinderungsgrund für „längere“ Zeit die Arbeit unterlässt oder diese beharrlich verweigert. Rechtmäßige Gründe sind z. B. ein vereinbarter Urlaub oder ein Kranken stand. • ohne Einwilligung des Arbeitgebers ein selbstständiges kaufmännisches Unternehmen betreibt oder im Geschäftszweig des Arbeitgebers auf eigene oder fremde Rechnung Handelsgeschäfte abschließt. Lassen Sie bei einer Entlassung prüfen, ob diese berechtigt erfolgt ist. Die Arbeitsrechtsabteilung Ihrer Arbeiterkammer hilft Ihnen weiter ( www.arbeiterkammer.at). Bei einer berechtigten Entlassung müssen Sie leider erhebliche finanzielle Nachteile hinnehmen (z. B. aufgrund von Schadenersatzansprüchen). Bei einer unberechtigten Entlassung haben Sie zwei Möglichkeiten: • Sie akzeptieren zwar die Entlassung, fordern aber Ihre finanziellen Ansprüche aufgrund der unberechtigten Entlassung ein. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Kündigungsentschädigung“. Das heißt, der Arbeitgeber muss alles zahlen, was Sie während der fiktiven Kündigungsfrist verdient hätten. • Sie fechten die Entlassung mit dem Ziel an, das Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten (Klage bei Gericht). Auch hier hilft Ihnen die Arbeitsrechtsabteilung Ihrer Arbeiterkammer weiter. Um die Klage bei Gericht einzubringen, sind meist nur zwei Wochen (in manchen Fällen sogar nur eine Woche) ab Erhalt der Entlassung (mündliche Mitteilung reicht!) Zeit. DAS DIENSTZEUGNIS Potenzielle Arbeitgeber verlangen oft ein Dienstzeugnis vorangegangener Beschäftigungen. Achten Sie also darauf, dass Ihr Zeugnis folgende, gesetzlich vorgesehene Informationen enthält: • Allgemeine Angaben zu Ihrer Person • Genaue Bezeichnung des Arbeitgebers • Dauer des Arbeitsverhältnisses • Art Ihrer Tätigkeit • Unterschrift des Arbeitgebers Gesetzlich nicht erforderlich, aber für Sie trotzdem wichtig, ist Folgendes: • Beurteilung der Leistung und des Erfolges • Beurteilung des Sozialverhaltens • Kündigungsformel • Beendigungsformel • Dankes- und Bedauernsformel • Empfehlung • Zukunfts- und Erfolgswünsche Ein gutes Dienstzeugnis betont nicht das Bemühen eines/r Arbeitnehmers/in, sondern konkrete Ergebnisse seines/ihres Handelns. Am Beginn des Zeugnisses sollten die wichtigsten und anspruchsvollsten Tätigkeiten und Kompetenzen stehen – Routineaufgaben am Beginn des Zeugnisses werfen kein gutes Licht auf den/die ArbeitnehmerIn. 102 akademiker/innen-guide 2018

arbeitsrecht TIPP Der Anspruch auf Ausstellung eines Dienstzeugnisses verjährt erst nach 30 Jahren. Sie können Ihr Dienstzeugnis also 30 Jahre rückwirkend einfordern. Achten Sie aber auf etwaige Klauseln in Ihrem Kollektiv-/Arbeitsvertrag, die eine bestimmte Frist festlegen. DIE SCHLUSSFORMEL Vorsicht ist bei der Schlussformel des Arbeitszeugnisses geboten. Die Formulierung „Er/Sie verlässt uns in gegenseitigem Einvernehmen“ bedeutet, dass die betreffende Person gekündigt wurde. Auch wenn „Erfolg in einem anderen Unterneh men“ gewünscht wird, ist das eine negative Beurteilung für die/den ArbeitnehmerIn. SCHLÜSSELBEGRIFFE UND ERFOLGE Das beste Zeugnis ist ein stark individualisiertes Zeugnis. Neben Formulierungen wie „stets“, „vollste“ und „allerbeste“ legen PersonalistInnen auch Wert auf Schlüsselbegriffe, die die Fähigkeiten des Arbeitnehmers konkretisieren. Eine nachweisliche Kostensenkung, Umsatzsteigerung, die Fähigkeit zur konstruktiven Gesprächsführung oder erfolgreich umgesetzte Projekte sollten im Dienstzeugnis unbedingt entsprechende Beachtung finden. Positiv für ArbeitnehmerInnen ist dagegen die Formulierung „Er/Sie verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr/sein Ausscheiden außerordentlich und wünschen ihr/ihm alles Gute für die Zukunft“. GEHEIMCODES UND IHRE ÜBERSETZUNG Ein Dienstzeugnis darf nichts erhalten, das Ihnen das Erlangen einer neuen Stelle erschwert. Allerdings sind, im gesetzlichen Rahmen, Aufbau und Formulierungen Sache des Arbeitgebers. Folgende Tabelle bringt Aufschluss über geheime Codes der PersonalistInnen und ihre Übersetzungen: NOTE Sehr gut Gut Befriedigend Genügend Mangelhaft Nicht genügend FORMULIERUNG stets zu unserer vollsten Zufriedenheit in jeder Hinsicht und allerbester Weise mit den Leistungen jederzeit außerordentlich zufrieden stets zu unserer vollen Zufriedenheit in jeder Hinsicht und bester Weise mit den Leistungen jederzeit voll und ganz zufrieden zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht mit den Leistungen voll und ganz zufrieden zu unserer Zufriedenheit hat unseren Erwartungen entsprochen mit den Leistungen zufrieden weitestgehend zu unserer Zufriedenheit allgemein mit Sorgfalt und Genauigkeit hat sich bemüht ... zu unserer Zufriedenheit zu erledigen hat unseren Erwartungen entsprochen 103

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