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Der AKADEMIKERiNNEN-GUIDE 2018 von CAREER

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Seit 29 Jahren erscheint Österreichs Karrierebibel im CAREER Verlag – der AKADEMIKERiNNEN-GUIDE, Österreichs Entscheidungsratgeber für den jungen Arbeitsmarkt.

• Dauerschuldverhältnisse bzw. vorhandene Lieferverträge und Bezugsverträge (Leasing-, Softwareverträge etc.) • Vorhandene Miet- und Pachtverträge (zukünftige Höhe der Miete?) • Aufrechte Betriebsanlagengenehmigung (zukünftige Entwicklungsmöglichkeit am Standort?) • Unternehmensbewertung (durch UnternehmensberaterIn, SteuerberaterIn) Wichtig für eine erfolgreiche Betriebsübernahme: • Ein Betrieb kann auf verschiedene Arten übernommen werden. Die gebräuchlichste Form ist der Kauf. Das Unternehmen wird zu einem vertraglich definierten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Kaufpreis übergeben – mit allen Rechten und Pflichten. Die Übergabe kann auch gegen die Ausbezahlung einer Rente erfolgen. Man muss den Kauf bzw. Verkauf zwar nicht schriftlich regeln, es ist aber unbedingt ratsam, einen Vertrag aufzusetzen. • Der Vorteil einer Pacht gegenüber dem Kauf: Es muss nicht zu Beginn eine hohe Summe aufgebracht werden. Allerdings gehört das Unternehmen nach wie vor dem/der VerpächterIn. Der/die PächterIn hat kein Weitergaberecht. • Eine entscheidende Frage beim Unternehmenserwerb ist die Kaufpreisfindung. Es gibt zwar eine Reihe von Verfahren zum Ermitteln eines möglichst objektiven Unternehmenswertes, jedoch keine fixen Regeln, aufgrund derer ein Unternehmen bewertet werden muss. Als Verhandlungsgrundlage empfiehlt sich das Erstellen eines Gutachtens über den Wert des gesamten Unternehmens mit Hilfe von ExpertInnen der Wirtschaftskammer. Die Erstellung eines Bewertungsgutachtens wird in einigen Bundesländern von der WK durch den „Nachfolgecheck“ gefördert. • Für eine erfolgreiche Betriebsnachfolge müssen sich beide Seiten gut vorbereiten. Für den/die UnternehmerIn, der/die einen Betrieb übergeben möchte, ist es empfehlenswert, rechtzeitig – das sind drei bis fünf Jahre – vor der Übergabe mit den Vorbereitungen dafür zu beginnen. TIPP Unternehmen, die zur Übergabe anstehen, kann man anonym in der Nachfolgebörse des Gründerservice finden. www.nachfolgeboerse.at INFORMATIONSANGEBOTE FÜR EIN-PERSONEN-UNTERNEHMEN (EPU) Über 58 % aller Unternehmen sind EPUs. Manche bleiben klein, andere wachsen. Das EPU-Portal http://epu.wko.at bietet neben Informationen über alle EPU-relevanten Leistungen der Wirtschaftskammer – von der Betriebshilfe über WIFI-Kurse bis zur Akademie für KleinstunternehmerInnen – wichtige Serviceleistungen: • Die „EPU-Tipps“ stellen eine Art EPU-Wikipedia dar. Hier haben Ein-Personen-Unternehmen die Möglichkeit, Tipps von KollegInnen zu erhalten und selbst EPU-relevante Ratschläge zu geben. • Auf dem Marktplatz der Website haben EPU die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen, Angebote und Dienstleistungen zu präsentieren. Damit wird eine attraktive Plattform zur Präsentation zur Verfügung gestellt – und potenziellen KundInnen fällt die Suche nach dem/der richtigen EPU-PartnerIn leicht. • EPU haben die Möglichkeit, direkt vom Knowhow der Wirtschaftskammer-ExpertInnen zu profitieren. Ob Steuer, Recht oder Finanzen: Mit einem Online-Formular kann man seine Anfrage direkt an die zuständige Stelle richten. Weitere Infos: http://epu.wko.at 110 akademiker/innen-guide 2018

selbstständigkeit GASTKOMMENTAR DR. HARALD STEINDL Senior Research Fellow Economica Institut für Wirtschaftsforschung Wozu (noch) Kammern? Aus ökonomischer Sicht produzieren politische Institutionen aller Art Gemeingüter, die den BürgerInnen zur Verfügung gestellt werden, um das gedeihliche Zusammenleben zu stärken bzw. überhaupt zu ermöglichen. Militär verteidigt die Grenzen, Gerichte sichern die friedliche Streitaustragung, polizeiliche Organe den Schutz von Leben, Gesundheit und Eigentum, Verwaltungsbehörden sorgen für die Gewährleistung der Grundversorgung, für geregelte Verhältnisse auf Straßen, im täglichen Miteinander, für Schulbildung, soziale Sicherheit uvam. Im demokratischen Rechtsstaat garantiert die strikte Gewaltenteilung mit parlamentarischer Kontrolle der Regierung ein Höchstmaß an individuellen Freiheiten. Wenn alles Staatshandeln vom Volk ausgeht (Art. 1 B-VG 1920), wozu sind dann noch Einrichtungen der Selbstverwaltung, wie Gemeinden, Kirchen, Universitäten, Sozialversicherungsträger und Kammern, nötig? „Self-Government“ als besondere Form der Partizipation ist die historische Antwort, wie wir sie seit der Revolution 1848 kennen. „Die Grundfeste des freien Staates ist die freie Gemeinde“, lautete Art. 1 des provisorischen Gemeindegesetzes vom 17. März 1849. Jeder Einwohner soll Mitglied in einer Kommune sein und kann am öffentlichen Leben mitwirken. Die liberale Gewerbeordnung 1859 übernahm das Modell in Gestalt der Gewerbegenossenschaften mit Pflichtmitgliedschaft. Die Alternative – eine freie Assoziation – wurde dezidiert abgelehnt, um jedem Gewerbetreibenden gleiche Rechte und Zugang zu den gemeinsamen Einrichtungen, wie Arbeitsvermittlung, Krankenversicherung, Vorschusskassen, Rohstofflager, Verkaufshallen, zu Messen, Ausstellungen und Fachlehranstalten zu gewährleisten. Viele dieser Aufgaben sind im Laufe der Jahrzehnte auf neue Institutionen übertragen worden, wie Gewerberegister, Arbeitsmarktservice, Sozialversicherungsanstalten, die Arbeits-, Sozial- und Kartellgerichte, Regulierungsbehörden aller Art, Austrian Standard Institute, Fachhochschulen etc.. Die Wirtschafts- und Exportförderung durch Aus- und Weiterbildung (Berufsschulen und -akademien, WIFI), durch Außenhandelsorganisation sowie Gründungs-, Nachfolge- und Innovationsberatung sind im Zeichen von Binnenmarkt und technologischem Wandel wichtiger denn je. Die Herausforderungen durch Internationalisierung und Digitalisierung lassen sich jedoch nur meistern, wenn die steigende Bedeutung von „Commons“ – von Umweltressourcen über faire Handelsbedingungen, Spitzenforschung und Technologietransfer bis Infrastruktur und Netzwerke – endlich begriffen wird. Wer als KMU im globalen Wettbewerb mithalten will, der benötigt eine optimale Unterstützung durch zukunftsweisende Institutionen mit Pioniergeist wie zu Zeiten von Julius Raab. Kammern „state of the art“ leisten daher einen wichtigen Beitrag zur politischen Agenda-Setzung und dynamischen Modernisierung von Staat und Gesellschaft, sie sind seit 1848 das solidarische Fundament zur Bereitstellung immer neuer meritorischer Gemeingüter, starke Wegbegleiter in stürmischen Zeiten und kundige Lotsen im Übergang zur Wissensgesellschaft. 111

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