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Der MATURANTiNNEN-GUIDE 2018 von CAREER

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Der MATURANTEN-GUIDE von CAREER fasst alle relevanten Informationen zu beruflichen Aus- und Weiterbildungen, Alternativen zum akademischen Weg, Studienrichtungen und zum direkten Berufseinstieg zusammen. Kompakt, prägnant und in der Sprache der Zielgruppe.

+ i GASTKOMMENTAR VON

+ i GASTKOMMENTAR VON DER SCHULE IN DIE PRAXIS: BERUFSEINSTIEG NACH DER MATURA Gastkommentar von Mag. Wolfgang Bliem, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft © Klemens Horvath Mag. Wolfgang Bliem, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, Bereich Berufsinformation sowie Arbeitsmarkt- und Qualifikationsforschung JUGENDLICHE ZWISCHEN SCHULE UND BERUF Die Wahl eines geeigneten Berufes oder einer passenden Ausbildung erweist sich für SchülerInnen am Ende der Schulzeit als große Herausforderung. Trotz zahlreicher Informationen haben viele MaturantInnen nur sehr vage Vorstellungen davon, was auf sie zukommt. Das führt zu großer Unsicherheit und dazu, dass Entscheidungen immer wieder spontan aus dem Bauch heraus getroffen werden. Die Berufs- und Bildungswahl ist eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten. Es sollte ihr unbedingt ausreichend Zeit gewidmet werden. Die Angebote von Berufs- und BildungsberaterInnen können dabei ebenso hilfreich sein wie das persönliche Erleben der Arbeitswelt im Rahmen von Praktika. Online-Tools wie BIC.at, das Berufsinformationssystem der Wirtschaftskammern (www.bic.at), liefern praxisnahe Informationen zur Vielfalt der Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Tabelle 1: Die zehn häufigsten Branchen, in denen AHS-AbsolventInnen tätig sind, in Prozent Eine zentrale Frage für viele SchülerInnen ist natürlich, welche Berufe und Ausbildungen besonders zukunftsträchtig sind und sich durch Arbeitsplatzsicherheit, hohes Einkommen und vielleicht auch noch gutes Image auszeichnen. Der MATURANTiN- NEN-GUIDE von CAREER oder das AMS-Qualifikations-Barometer bieten dafür viele Anhaltspunkte. Für eine echte „Hitliste“ wandelt sich die Berufs- und Arbeitswelt aber einfach zu schnell. Entwicklungen, wie z. B. die zunehmende internationale Verflechtung oder neue Technologien in der Kommunikation und Informationsverarbeitung, verändern die Berufswelt und damit auch die Anforderungen an BerufseinsteigerInnen. Eine Reihe von Qualifikationen ist aber als „unabdingbares Rüstzeug“ für jeden Beruf erforderlich. QUALIFIKATIONSANFORDERUNGEN AN SCHULABGÄNGER/INNEN SchulabgängerInnen, egal welcher Schulart, sollten zumindest über Qualifikationen verfügen, die sich schwerpunktmäßig fünf Bereichen zuordnen lassen: 1.) Allgemeinbildung Gerade in Zeiten großer Informationsflut und wechselnder Spezialkenntnisse ist eine solide Allgemeinbildung unumgänglich. Der sichere Umgang mit der deutschen Sprache schafft die Voraussetzung für Informations- und Kommunikationsfähigkeit. Die Beherrschung der vier Grundrechenarten ermöglicht es, komplexere Rechenoperationen zu lösen und logisch-analytisch zu denken. Zur Allgemeinbildung gehören aber auch Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere in Englisch. Wichtiger als die Schriftsprache ist dabei die mündliche Ausdrucksfähigkeit. Branchenverteilung – AHS-AbsolventInnen 2016 Gesundheits- und Sozialwesen 13,0 Handel 13,0 Beherbergung und Gastronomie 12,7 Erziehung und Unterricht 9,2 Herstellung von Waren 8,0 Öffentliche Verwaltung 7,0 Freiberufliche/technische Dienstleistungen 6,6 Verkehr 5,3 Bau 4,8 Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 4,7 44 Maturant/innen-Guide ‘18

Matura – was nun? 01 2.) Grundlegendes Fachwissen Vor allem von BHS-AbsolventInnen wird neben Allgemeinwissen auch grundlegendes fachspezifisches Wissen erwartet. AHS-AbsolventInnen müssen die entsprechende Lernbereitschaft mitbringen, sich dieses Fachwissen in der Arbeitswelt anzueignen. 3.) IT-Kenntnisse Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat Computer in vielen Berufsbereichen zu einem der wichtigsten „Werkzeuge“ gemacht. IT-AnwenderInnenkenntnisse zählen heute längst zu den Kulturtechniken, über die jede/r SchulabgängerIn verfügen muss. 4.) Mobilität und Flexibilität In hoch spezialisierten Wirtschaftsbereichen, aber z. B. auch in Kunst und Kultur, ist es oft schwierig, im unmittelbaren Lebensumfeld einen Job zu finden. Wer zu örtlichen Veränderungen bereit ist, wechselnde Arbeitsorte in Kauf nimmt und auch sonst flexibel auf Veränderungen im Arbeitsumfeld reagiert, erhöht seine/ihre Beschäftigungschancen erheblich. 5.) Berufsübergreifende Kompetenzen Zur Bewältigung der Herausforderungen in der Berufswelt sind insbesondere berufsübergreifende Kompetenzen oder sogenannte Schlüsselqualifikationen erforderlich. Das sind alle Qualifikationen, die über das reine Fachwissen hinausgehen und mit der Persönlichkeit eines Menschen zusammenhängen (z. B. kreatives Problemlösen, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Eigeninitiative, unternehmerisches Denken etc.). Tabelle 2: Die zehn häufigsten Branchen, in denen BHS-AbsolventInnen tätig sind, in Prozent Es zählen aber auch scheinbar selbstverständliche Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Höflichkeit oder Zuverlässigkeit dazu. Wissen vermehrt sich rasant, bei gleichzeitiger Verkürzung seiner Halbwertszeit, deshalb haben die Fähigkeit und Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, also kontinuierlicher Weiterbildung, eine ganz besondere Bedeutung. OPTIONEN NACH DER MATURA Rund 85 % der AHS- und 55 % der BHS-MaturantInnen nehmen innerhalb von drei Jahren nach der Matura ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium auf. Für BHS-MaturantInnen ist der direkte Berufseinstieg eine gängige Alternative. Über 40 % der BHS-, aber nur 5 % der AHS-AbsolventInnen sind 18 Monate nach ihrem Schulabschluss erwerbstätig. Besonders für AHS-MaturantInnen kann der Besuch eines Kollegs oder eine Lehre nach der Matura den Einstieg in die Berufswelt erleichtern. In einigen Bereichen (z. B. Sicherheit, Flugverkehr) bestehen außerdem oft andere betriebsinterne Ausbildungswege. Wie die Tabellen 1 und 2 zeigen, unterscheiden sich auch die Branchen, in denen die Maturant- Innen tätig sind, zum Teil deutlich. AHS-AbsolventInnen sind (oft auch nach einem abgebrochenen Studium) in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen, Beherbergung und Gastronomie sowie Erziehung und Unterricht wesentlich häufiger zu finden als BHS- MaturantInnen. Diese sind wiederum überdurchschnittlich stark in der Herstellung von Waren anzutreffen. Der Bereich Handel spielt für beide Gruppen eine große Rolle. Branchenverteilung – BHS-AbsolventInnen 2016 Herstellung von Waren 17,6 Handel 14,7 Gesundheits- und Sozialwesen 8,5 Beherbergung und Gastronomie 7,9 Freiberufliche/technische Dienstleistungen 7,5 Bau 7,0 Öffentliche Verwaltung 6,3 Erziehung und Unterricht 5,9 Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 5,7 Verkehr 4,3 Quelle beider Grafiken: Statistik Austria (2017), Mikrozensus 2016, Arbeitskräfteerhebung nach ÖNACE-Wirtschaftsabschnitten (ohne „nicht klassifizierbare und „keine Angaben“), ibw-Berechnungen www.maturantinnen-guide.at 45

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