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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Die fotogenen Mandeln

Die fotogenen Mandeln anonym, Anlagen- und Maschinenbau, rund 1.500 MitarbeiterInnen Unter den zahlreichen hochanständigen MitarbeiterInnen, für die man im Personalbereich mitverantwortlich ist, findet sich leider ab und an auch ein schwarzes Schaf wenn man den modernen HR-Legenden Glauben schenkt, die so zu fortgeschrittener, feuchtfröhlicher Stunde bei den einschlägigen Fachveranstaltungen hinter vorgehaltener Hand gemunkelt werden. Vom Kollegen einer Kollegin, der wiederum jemanden kennt, hört man sogar, es solle Angestellte geben, die Krankmeldungen mehr als unverbindliche Empfehlungen betrachten denn als penibel ausjudizierte Eckpfeiler des Arbeitsrechts, über die andere Menschen ganze Dissertationen verfassen. Gerade kürzlich hatte ich wieder eine schaurige Geschichte über eine Mitarbeiterin erzählt bekommen, deren ungebrochene Loyalität zu einem Fischhändler mit dubiosen Qualitätsstandards ihr während der Sommermonate just an jedem Freitag eine üble Lebensmittelvergiftung bescherte die sich bei ihr allerdings am darauffolgenden Montag nicht in leidender Blässe, sondern in gesunder, nach Kokos duftender Bräune niedergeschlagen hatte. Daran musste ich denken, als ich eines Morgens den Anruf eines Mitarbeiters erhielt, der sich genau zu einem Zeitpunkt krankmelden wollte, als wir seine Schlüsselkompetenz besonders dringend gebraucht hätten. Das Arbeitsaufkommen hatte sich in den letzten Wochen von hoch auf hoch_v17_final_letzte- Steigerung_jetzaberwirklich_meinGottesgehtnichtmehr_wirschaffendasirgendwie_tschakka gesteigert, und so klang ich unter Umständen nicht ganz so mitfühlend wie sonst. Meine etwas unterkühlte Reaktion rief bei meinem Gesprächspartner offenbar die letzten verbliebenen Kampfgeister auf den Plan, denn er setzte an, mir seine Krankengeschichte bis ins kleinste Detail zu schildern. Bis heute weiß ich nicht, ob er mich wirklich von seiner Aufrichtigkeit überzeugen oder einfach für mein eisiges Verhalten bestrafen wollte. Ausführlich und in schillernden Farben bekam ich also die Infektion seiner vollkommen unter Eiter stehenden Mandeln geschildert: Dick angeschwollen wie zwei pralle Pflaumen berührten sie beinahe das Gaumenzäpfchen, knallrot gefärbt, und überhaupt sähen sie bei näherer Betrachtung aus wie bereits abgestorben … Mir war bei der sehr detailreichen und bildhaften Ausführung am frühen Morgen schon leicht schlecht geworden und ich wollte den armen Mann dringend in seinem krächzenden Redeschwall bremsen. Daran war jedoch nicht mehr zu denken, er hatte sich richtig in Fahrt geredet. Und dann kam der Clou: Er war so felsenfest davon überzeugt, dass seine Mandelinfektion einzigartig und noch nie dagewe- 14

sen war vergleichbar maximal noch mit der Entdeckung des Penicillins , dass er es sich nicht nehmen lassen wollte, mir ein Foto des „Gustostücks“ zu schicken. Das würde auch gar keine Umstände machen, schließlich hätte er das Bild zuvor bereits an die Kollegen in der Abteilung gesendet, allesamt sehr hart im Nehmen, und bei diesen damit lautstarke und nicht immer jugendfreie Ekelbekundungen hervorgerufen. Das Foto wäre auch keinesfalls verwackelt, man könnte jedes pelzige Detail bestens erkennen. Mich packte die blanke Panik und ich sorgte mich ernsthaft um mein kürzlich verzehrtes Frühstück und meine Büroeinrichtung. Mein Gesprächspartner wollte sich jedoch nach wie vor um nichts in der Welt davon abhalten lassen, mich mit seinem einmaligen Bild zu beglücken, ich höre ihn im Hintergrund sogar schon tippen. Erst als ich, flach atmend, mit meinem äußerst sensiblen Magen argumentierte, ließ er die Sache auf sich beruhen , wofür ich ihm bis heute unendlich dankbar bin. Aber immerhin ist der Mitarbeiter mittlerweile wieder wohlauf und hat beschlossen, sich die Mandeln schleunigst entfernen zu lassen, um einer eventuell nochmalig auftretenden Entzündung vorzubeugen. Von „Luschen” und „Job-Hoppern” anonym, Chemieindustrie, 5.485 MitarbeiterInnen Glücklicherweise sind sie sehr selten, aber ab und zu gibt es sie doch: diese Positionen, die sich nicht und nicht besetzen lassen wollen. Der Recruiting-Prozess zieht sich hin wie Strudelteig, der zu lange in der warmen Küche gelegen hat. Und anders als beim Backen, wo man wenigstens ein bisschen von der vorbereiteten Füllung naschen kann, ist die Zeit bis zur Besetzung für alle Beteiligten einfach nur unerfreulich, mühsam und frustrierend. Im speziellen Fall trafen zwar laufend Bewerbungen ein, von denen allerdings keine einzige auch nur im Entferntesten dem kommunizierten Anforderungsprofil entsprach. Ganz so, als ob es „da draußen“ einfach gar keine geeigneten KandidatInnen mehr gäbe. Mit entsprechend überschaubarer Laune sichtete ich eines Morgens erneut den Posteingang und sah mich mit einer weiteren Bewerbung konfrontiert, bei der ich mich doch fragen musste, in welchem Status geistiger Umnachtung sie abgeschickt worden war. Um dem zuständigen Manager der die Stellenbesetzung 15

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