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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Ein hilfreiches Mädel

Ein hilfreiches Mädel anonym, Sanitär- und Heizungsgroßhandel, rund 740 MitarbeiterInnen Es war ein brütend heißer Sommertag: Die wenigen, von einer Marketing-Promotion übriggebliebenen Werbefächer hatten sich bereits in den frühen Morgenstunden die Early Birds im Kollegenkreis gesichert, der Eiswürfelspender in der Küche streckte im Minutentakt wegen Überhitzung die Patschen und die Gespräche drehten sich durchwegs um erfrischende Pools, kühle Meeresbrisen und schattige Gastgärten in der Hoffnung, der Hitzewelle so wenigstens im Ansatz Herr zu werden. Just an diesem Tag hatte ich einen Ersttermin mit einem Herrn von einer Personalleasingfirma eingetaktet. Bis zur geplanten Besprechung war noch etwas Zeit und ich gerade im Haus unterwegs, als mir unsere Empfangsdame mit einem Kopfnicken signalisierte, dass mein Gesprächspartner bereits wartete. Noch bevor ich ihn begrüßen und mich vorstellen konnte, rief er mir von Weitem zu: „Du Mädel, ich habe in ein paar Minuten einen Termin bei eurer Personalchefin, bring mir doch noch schnell von eurem Getränkeautomaten ein Bier“. Mit diesen Worten drückte er mir das Geld in die Hand und verschwand auf die Toilette. Mich ließ er einfach stehen zunächst verdutzt, dann kopfschüttelnd und schließlich mit einem schallenden Lachen. Mit meiner Kollegin am Empfang als Komplizin beschloss ich, die Scharade noch etwas länger aufrechtzu- erhalten. Ich holte also das Bier für ihn und ein Cola für mich, ging mit meinem allerschönsten Begrüßungslächeln auf ihn zu und lud ihn ein, die Getränke doch miteinander zu trinken. Dann stellte ich mich vor. Noch nie sah ich jemanden so rasch erröten und das lag ganz bestimmt nicht an den hochsommerlichen Temperaturen. Stammelnd entschuldigte er sich. Man konnte ihm ansehen, dass er am liebsten auf direktem Weg im Erdboden versunken wäre. Das „Mädel“ fand ich dabei gar nicht schlimm. So oft kommt es schließlich nicht vor, dass man mit Mitte 30 so bezeichnet wird. Nur das Bier vor einem Geschäftstermin war in meinen Augen weniger passend egal, wie heiß es ist und wie sehr man sich auch wünscht, im Gastgarten statt im Büro zu sitzen. 18

Der gestrandete Meeresbiologe Burkhard Hanke, Unternehmensberatung, rund 1.000 MitarbeiterInnen UnternehmensberaterInnen haften oft Klischees und Vorurteile an. So seien die VertreterInnen dieser Branche oft penible, ausschließlich im Anzug anzutreffende PragmatikerInnen, die maximal in der Mittagspause Zeit für Humor am Arbeitsplatz finden. Diese Stereotypen sind zwar nicht immer wahr, manchmal wäre ein kleiner Image-Wandel dennoch nicht schlecht. Dass Consulting-Firmen aber jemals für Surf-Events in Australien Sponsoring betreiben werden, ist nach der folgenden Geschichte eher unwahrscheinlich. Job-Messen sind für die teilnehmenden Arbeitgeber und PersonalistInnen meistens anstrengende Veranstaltungen mit vielen BesucherInnen. Zwar findet sich unter all den Sandkörnern manchmal ein Diamant, meist werden aber doch nur die immer gleichen Fragen gestellt, und bald macht sich Langeweile breit. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist man für jede Abwechslung dankbar. Unser Roll-up, auf dem ein Kugelfisch abgebildet ist, der gegen aufgeblasenes Gehabe werben soll, erweist sich bei den BesucherInnen zumindest als zwischenzeitlicher Blickfang. Als sich dann eines Tages bei einer derartigen Messe die Menschenmassen teilten, um einem interessierten Kandidaten den Weg frei zu machen, wussten wir, dass es mit der Langeweile vorbei war. Zu unserem Stand kam ein großgewachsener Mann mit langen, ungepflegten Haaren. Durch die zerrissenen Jeans und sein barfüßiges Auftreten wirkte er wie eine Mischung aus einem australischen Surfer und dem Klischee jedes Umweltaktivisten. Ich war mir nicht sicher, ob er noch Begleiter für seinen Lagerfeuer-Abend am Strand suchte oder mir ein Abo für den Schutz des Regenwaldes verkaufen wollte, da sprudelte es auch schon aus ihm heraus: Blubb Blubb „Ich bin Meeresbiologe! Auf Ihrem Roll-up befindet sich ein Kugelfisch. Somit bin ich bereit, für Sie und Ihr Unternehmen in See zu stechen!“ Nach ein paar Sekunden der Verwunderung begann ich im Umfeld die versteckten Kameras zu suchen, die sich sicherlich hier irgendwo befinden müssten. Da ich aber kein Spielverderber sein wollte, begann ich ihm zu erklären, dass wir momentan genauso wenig MeeresbiologInnen suchten wie Coca-Cola Polarbären-ForscherInnen. Sein überraschter Ausdruck verriet mir, dass er den Witz nicht verstanden hatte, und so trennten sich unsere Wege wieder recht rasch. 19

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