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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Es gibt wenige Anrufe in

Es gibt wenige Anrufe in meiner beruflichen Laufbahn, die mich mehr Überwindung gekostet haben. Letztlich musste es aber sein: Ich fasste mir ein Herz und rief den betreffenden Mitarbeiter an, um meinen Fehler zu beichten ganz nach dem Motto: Augen zu und durch. Innerlich rechnete ich mit dem Schlimmsten. Schreien, Zetern, eine Meldung beim Chef alles war denkbar. Und dann begann mein Gesprächspartner herzlich zu lachen. „Ach, das kann schon mal passieren, es trifft ja wirklich keinen Armen“, konterte er. Mir fiel ein ganzes Felsengebirge vom Herzen und ich war ausnahmsweise froh, dass sich eine Telefonleitung zwischen uns befand. Denn wäre er in diesem Moment vor mir gestanden ich hätte ihn wohl spontan vor Erleichterung umarmt. Familienstand: verliebt Mag. Michaela Lackinger, Bauindustrie Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in einem wunderschönen Land, da trug es sich zu, dass im Königsschloss eine begehrte Stelle im Assistenzbereich zu besetzen war … Warum ich diese Geschichte wie ein Märchen beginne obwohl es sich bei der Ausschreibung um ein großes Unternehmen aus der Bauindustrie, also eine wirklich sehr technische Branche, handelte? Lesen Sie selbst: Nachdem ich eine entsprechende Anzeige für die betreffende Assistenzstelle lanciert hatte, erhielt ich erwartungsgemäß rasch zahlreiche Bewerbungen. Einige Lebensläufe passten gut ins gesuchte Profil, viele gar nicht, bei einzelnen fragte ich mich, ob den KandidatInnen wohl ein Irrtum bei der Auswahl der gewünschten Position unterlaufen war kurz: Soweit lief alles ganz normal. Doch dann sah ich mich plötzlich einem Traum in Rosa gegenüber: Eine 18-jährige Interessentin hatte mir einen wunderschön gestalteten Lebenslauf klassisch ergänzt durch ein Anschreiben geschickt. Abgesehen von der Zusammenstellung des Bewerbungsdossiers war ihre Bewerbung jedoch alles andere als gewöhnlich. Die Unterlagen waren durchwegs in perfekt aufeinander abgestimmten und wohl nuancierten 26

Rosaschattierungen gehalten. Darüber hinaus war jede Seite mit fein geschwungenen, romantischen Verzierungen versehen. Doch auch der Inhalt fiel aus dem Rahmen: Als Familienstand war nicht wie ich es mir in ihrem Alter eigentlich erwartet hätte „ledig“ angegeben. Die junge Frau definierte ihren Status vielmehr als „verliebt“. Womit sich dann auch die Farbwahl und die gesamte Gestaltung der Bewerbung erklärt hätten. Auch wenn es mir leidtat: Ich musste dieser Bewerberin eine Absage erteilen. Ich konnte einfach nicht sicher sein, welche Auswirkungen es auf ihren Gemütszustand und damit auf ihre Leistungen beziehungsweise auf ihr Verhalten hätte, wenn sich ihr Beziehungsstatus in „nicht mehr verliebt“ oder im schlimmsten Fall „mit gebrochenem Herzen“ veränderte. Ich wünsche ihr jedenfalls, sie möge bis ans Ende ihrer Tage glücklich leben und immer verliebt sein. Ende 27

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