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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Der Clou war nämlich,

Der Clou war nämlich, dass alle Muster mit erotischen Sujets versehen waren. „Na gnädige Frau, sind Sie jetzt schockiert?“ Ein erotisches Vorstellungsgespräch anonym, Sanitär- und Heizungsgroßhandel, rund 740 MitarbeiterInnen Auf der Suche nach Verstärkung für unser Grafikteam freuten wir uns besonders über die Bewerbung eines vielversprechenden, versierten Grafikers, den wir direkt zum Interview einluden. Wie immer holte ich unseren Gast beim Empfang ab. Doch anstatt, wie sonst üblich, die Stiegen gemeinsam und plaudernd hinaufzusteigen, schoss der Mann die Treppe hoch, blieb stehen, schaute hektisch nach links und rechts und rief: „Und wohin jetzt?“. Noch immer wild um sich blickend, folgte mir der Herr in unseren Besprechungsraum. Ich war doch sehr verwundert. Immerhin waren wir nicht auf Safari und ein bevorstehender Angriff durch wilde Tiere war eher unwahrscheinlich. Bereits während der Begrüßungs- und Vorstellungsrunde packte der Bewerber dann allerlei Schächtelchen und Muster aus seinem geräumigen Aktenkoffer und sah mich dabei immer wieder herausfordernd an. Der Clou war nämlich, dass alle Muster mit erotischen Sujets versehen waren. Plötzlich unterbrach er sich selbst und fragte provokant: „Na gnädige Frau, sind Sie jetzt schockiert?“ Innerlich musste ich schmunzeln, nach außen blieb ich selbstverständlich ganz gelassen. Mit meinem professionellsten Pokerface konterte ich: „Ich nehme doch an, dass es sich bei Ihren Mustern um grafische Arbeiten aus Ihren vorangehenden Dienstverhältnissen handelt schließlich sind wir ja auch alle erwachsen, nicht?“ Damit hatte der Herr ganz offensichtlich nicht gerechnet, denn er atmete zunächst einmal tief durch, um sich zu sammeln. In Folge erklärte er mir nach wie vor aufgebracht, aber immerhin stets oberhalb der Gürtellinie , dass er bis dato immer die Funktion des Art Director bekleidet hätte. Nun war er vom AMS dazu gezwungen worden, sich als einfacher Grafiker zu bewerben. Er wollte uns wirklich nicht zu nahe treten, aber es läge doch auf der Hand, dass das weit unter seiner Würde wäre. Das konnte ich, mit einem inneren Lächeln, durchaus nachvollziehen, und mit den besten Wünschen für seine Zukunft brachen wir das Gespräch an dieser Stelle ab. Ich hoffe sehr, dass er mittlerweile eine adäquate Herausforderung für sich gefunden hat und danke ihm bis heute, dass er mir nicht, wie andere BewerberInnen, seine Arbeitsproben im Büro lassen wollte. 28

Big Boss is watching you Sophie M., Kosmetikherstellung, rund 580 MitarbeiterInnen Es ist schon einige Jährchen her, dass ich in einer internationalen Kosmetikfirma für die PR zuständig war. Eines Tages bekamen wir einen neuen Firmenchef, der zackig und lautstark das Ruder in die Hand nahm. Zugegeben, es hatte sich ein gewisser Schlendrian in der Firma eingeschlichen, was ihn wohl dazu veranlasste, hart durchzugreifen. Noch bevor er die einzelnen MitarbeiterInnen kennengelernt hatte, eilte er von einer Abteilung in die andere, um zu kontrollieren, ob auch wirklich fleißig gearbeitet wurde. FaulenzerInnen hatten es schwer bei ihm. Wenn er nämlich einen Mitarbeiter beim Nichtstun ertappte, brüllte er gleich ohrenbetäubend los. Offenbar war der neue Boss gemäß seiner Veranlagung ein hochgradiger Choleriker. Daran mussten wir uns wohl noch gewöhnen. Gerade damals gab es in unserer Abteilung höllisch viel zu tun und wir schufteten wie die Wilden. Jede/r gab sein Bestes, denn das gesamte Team fürchtete die Zornesausbrüche des „Neuen“. Wir gönnten uns nicht einmal mehr eine Mittagspause, sondern bestellten unser Essen ins Büro. Meistens war es nur eine Pizza, die wir zwischen Planung und Umsetzung der Projekte schnell in uns hineinstopften. Es ergab sich, dass der junge Mann vom Pizza-Service gerade lässig an der Türe lehnte und auf sein Geld wartete, als der Chef hereinkam und ihn in gewohnter Weise anbrüllte: „Was stehen Sie da so herum, haben Sie nichts zu tun?“ Der Bote war so verschreckt, dass er sogar darauf vergaß, zu kassieren, und sich schleunigst verdrückte. Als er weg war, wollte der Chef von mir wissen, welche Tätigkeit denn der faule Kerl, der hier so träge herumlungerte, in unserer Abteilung ausübte. Ich konnte mir ein breites Grinsen nicht verkneifen und sagte: „Der hat uns eben die Pizza gebracht.“ Erstaunlicherweise kam kein Ton von den Lippen unseres sonst so hitzköpfigen Chefs. Er schaute mich nur sekundenlang starr an und brach dann plötzlich in donnerndes Gelächter aus. Da die gesamte Abteilung mit ihm zu lachen begann, glätteten sich allmählich die Wogen und er bekam zunehmens Vertrauen in unseren Fleiß und unser Engagement. 29

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