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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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„Eins, zwei

„Eins, zwei oder drei letzte Chance, vorbei und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.“ Die Leiterin des Assessment-Centers musste sich also auf das Fahrrad setzen und sieben Minuten lang strampeln mal langsamer, mal schneller. Das war wirklich sehr anstrengend für die Kollegin, zumal ihr Outfit für diese sportliche Aktivität eher unpassend war und sie mit ihrem engen Business-Kostümchen zu kämpfen hatte. Aber sie bewahrte Haltung und ließ sich nichts anmerken. Unser Bewerber erklärte währenddessen geschäftig die Mechanik des Fahrrades, auf dem unsere AC-Leiterin schwitzend und keuchend ihre Runden drehte. Die Ärmste musste ganz schön arbeiten, während sich das gesamte Team in Selbstbeherrschung übte einige unterdrückte Gluckser ließen sich trotzdem nicht vermeiden. Verstehen Sie das bitte nicht falsch, die Kollegin ist überaus beliebt, aber die Situation war wirklich zu komisch. Der Kandidat wurde schließlich für seinen Mut und seine Gelassenheit mit einer Einladung zum Fellow-Programm belohnt. Wenn das Licht angeht Sie erinnern sich sicher an die Kindersendung mit dem berühmten „Eins, zwei oder drei letzte Chance, vorbei und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht“. Hier mussten Kinder immer aus drei möglichen Antworten die richtige finden und sich für das entsprechende, auf dem Boden markierte Feld entscheiden. Das Feld mit der korrekten Antwort wurde dann hell erleuchtet, und wer richtig stand, bekam einen Ball. Wer die meisten Bälle gesammelt hatte, wurde Sieger. Genau nach diesem Prinzip hat uns einmal ein Kandidat massiv herausgefordert. In seiner Rolle als Lehrer stellte er uns „SchülerInnen“ drei Fragen aus den diversen Wissensgebieten. Für die korrekte Antwort wurde uns eine Belohnung in Aussicht gestellt. Wir alle waren mit Begeisterung dabei und bemühten uns sehr, die zutreffende Antwort zu finden. Sie werden es nicht glauben, aber diesem jungen Mann ist es gelungen, sogar uns alte Hasen so zu motivieren, dass wir uns wie die kleinen Kinder für das Spiel begeisterten und uns über die richtigen Antworten riesig freuen konnten. Er hat es geschafft, dass zahllose Menschen in Anzügen und Business-Kostümen durch den Raum sprangen, um ja rechtzeitig auf dem richtigen Feld zu stehen, wenn das Licht anging. Er ist ebenfalls ins Fellow-Programm aufgenommen worden und jetzt bereits seit einigen Jahren Teil des Organisationsteams. 32

Achtung, fertig, Feuer! Man kann nicht vorsichtig genug sein, denn es ist immer wieder überraschend, auf welch kreative Ideen KandidatInnen manchmal kommen. Im vergangenen Jahr hat eine Kandidatin das Thema „Wärmelehre“ wörtlich genommen und wollte uns mittels eines Experiments die Kraft der Wärme vorführen. Bei diesem Versuch ging es darum, ein Ei in eine Flasche zu versenken praktisch wurde es jedenfalls sehr warm. Bei ihrem Experiment erhitzte die Kandidatin das Innere der Flasche, indem sie ein überdimensionales Streichholz hineinwarf. Das Ei wurde in die Flasche gezogen und es entwickelten sich Rauchschwaden, die bis zur Decke hinaufstiegen. Das Auswahlteam kam mächtig ins Schwitzen, und eine Recruiterin riss nervös das Fenster auf. Die Kandidatin ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und beendete souverän ihr Experiment. Wir hatten schon die Befürchtung, dass der Feueralarm ausgelöst würde. Das wäre einer Katastrophe gleichgekommen, denn unser Büro ist nicht nur mit Rauchmeldern ausgestattet, sondern verfügt zudem über eine recht sensible Sprinkleranlage. Das bedeutet, dass im Fall einer starken Rauchentwicklung es muss nicht einmal ein offenes Feuer sein 300 Liter Wasser aus den Düsen schießen. Wir hatten Glück, dass wir dieses Mal nicht nass wurden, aber es war knapp. Seither schreiben wir in unsere Einladungen zum Assessment-Center explizit hinein, dass es nicht erlaubt ist, während der Präsentation mit offenem Feuer zu hantieren. Eine echte Wienerin geht manchmal unter anonym, Papierindustrie, rund 150 MitarbeiterInnen Menschen, die nicht aus Ostösterreich kommen (besonders Deutsche), haben oft ein etwas verklärtes Bild von „echten“ WienerInnen. Sie stellen sich den Wiener/die Wienerin sehr gemütlich (um nicht zu sagen faul), aber vor allem herzlich und sympathisch vor. Als jemand, der tatsächlich in Wien aufgewachsen ist, weiß man, dass die Tourismusbranche sich viel Mühe gegeben hat, solche Lügen zu verbreiten. Am besten wird die Wiener Seele von „Mundl“ in der Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ dargestellt eine Fernsehproduktion, die für WienerInnen das Alltagsleben abbildet, von allen anderen Menschen aber eher als groteskes Psychodrama gesehen wird. 33

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