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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Er erklärte

Er erklärte spitzbübisch lächelnd, dass er kein Problem damit hätte, künftig auch in Frauenkleidern zu erscheinen. Mutter Courage und ihre MitarbeiterInnen anonym, Energie, rund 1.100 MitarbeiterInnen Mutter zu sein und Kinder zu haben kann nicht nur eine große persönliche Bereicherung sein, manchmal lernt man auf diesem Weg auch die nötigen Soft Skills für den Berufsalltag. Den Sorgen und Ängsten der MitarbeiterInnen muss eine Personalleiterin genauso entgegenkommen wie eine Mutter den Ängsten ihrer Kinder: mit Empathie und Konfliktlösungsstärke. Die Ängste der KollegInnen sind dabei manchmal mindestens so irrational und unbegründet wie die des Nachwuchses. Wenn ich von meiner Sekretärin aus einer Strategiekonferenz geholt werde, weil ein Mitglied des Betriebsrats in meinem Büro steht, gehe ich grundsätzlich vom Schlimmsten aus. In diesem Fall bekräftigte mich außerdem noch die bitterlich weinende Mitarbeiterin in meiner Annahme. War sie Opfer von Mobbing geworden? Oder sexueller Belästigung? War in ihrer Familie eine Tragödie passiert? Die Mitarbeiterin aus der Poststelle stand jedenfalls kurz vor dem Nervenzusammenbruch und verbrauchte ein Taschentuch nach dem anderen. Als ich sie mithilfe von Kaffee und beruhigenden Worten zur Ruhe gebracht hatte, konnte ich sie schließlich fragen, was denn geschehen wäre. In diesem Moment rechnete ich mit allen möglichen Antworten und war auf das Schlimmste gefasst. Nur nicht darauf: „Ich habe Angst. So große Angst. Vor Ebola!“ 36

Auch wenn die Ebola-Epidemie zu dieser Zeit in den Medien allgegenwärtig war, verschlug es mir doch für einige Sekunden die Sprache. „Wenn jetzt Post aus Afrika kommt?“, fuhr sie fort. Ich unterdrückte die Frage, wie oft sie denn überhaupt Post aus Afrika erhielte, und besann mich darauf, ihr die Angst zu nehmen. Ein Kind, das Angst hat, zu fragen, wie oft es denn überhaupt schon von einem Hund gebissen worden sei, führt schließlich auch nicht zum Ziel. Es ist besser, man führt das Kind langsam an den Hund heran und zeigt ihm, dass er ganz harmlos ist. In diesem Sinne versuchte ich der Mitarbeiterin zu erklären, dass Erreger auf Briefpapier nie lang genug überleben könnten. Das half allerdings auch nicht. Das Kind steht direkt vor dem Hund und hat Angst, ihn anzugreifen. Erst als die leitende Sicherheitsfachkraft mit Einmal-Mundschutz, Einmal-Handschuhen und einer Flasche Desinfektionsspray ausgerüstet ins Büro kam, fühlte sich die Kollegin wieder sicher. Schlussendlich war die Betriebsrätin glücklich darüber, wie MitarbeiterInnen hier betreut werden, die Kollegin war erleichtert, gegen Ebola gewappnet zu sein, und ich konnte zufrieden zu meiner Strategie- konferenz zurückkehren. Der nächste Hund würde dem Kind keine Angst mehr einjagen. Damen unter sich anonym, Bekleidungsindustrie, rund 580 MitarbeiterInnen Seit einigen Jahren bin ich in einem Unternehmen tätig, das Damenmoden designt und herstellt. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in der Modebranche ein wenig anders zugeht als in anderen Wirtschaftssparten. Unser durchwegs weibliches Personal ist salopper, lockerer und vielleicht auch ein wenig ausgeflippter als anderswo. Aber genau wie in anderen Branchen geht das Recruiting Hand in Hand mit einigen Herausforderungen, wie mir wieder einmal folgende Begebenheit bewies. Unsere langjährige Administrationsleitung war in Pension gegangen und wir suchten einen passenden Ersatz für sie. Sie war eine so ruhige Frohnatur, ein Urgestein im Unternehmen und sozusagen die Mutter aller Angestellten. Es liegt auf der Hand, dass wir aufgrund der Beschaffenheit unseres Teams und der 37

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