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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Eine Bewerbung wie

Eine Bewerbung wie aus dem Schulheft anonym, Einzelhandel, rund 4.000 MitarbeiterInnen Wenn man bei einer großen Einzelhandelskette im Recruiting tätig ist, bekommt man immer wieder allerhand „interessante“ Bewerbungen auf den Tisch. So ging es auch mir, als ich noch in dieser Branche tätig war. Nie vergessen werde ich jedoch eine ganz besonders kreative Bewerbung für eine geringfügige Stelle, die alle anderen in den Schatten stellte. Die gesamte Bewerbung bestand aus einem einzelnen Zettel, der aus einem Schulheft herausgerissen war. Das war eindeutig am Korrekturrand an der Seite erkennbar. Und ja, das Blatt war einfach herausgerissen worden der linke Rand war noch ganz ausgefranst. Es fehlte nur, dass der Deutschlehrer mit Rotstift die (definitiv vorhandenen) grammatikalischen und stilistischen Fehler angezeichnet und mit Kommentaren im Korrekturbereich versehen hatte. Oder war das etwa meine Aufgabe in diesem Szenario? Wie dem auch sei. Überraschend war jedenfalls nicht nur die Form des Schreibens, auch der Inhalt war, naja, gelinde gesagt, sehr ehrlich. Zu lesen stand da nämlich, dass die Bewerberin ganz dringend Arbeit suchte, weil sie und ihr Mann gerade ein Haus bauten und für die Finanzierung dieses Vorhabens ein weiteres Einkommen benötigten. Allerdings wollte sie explizit nur eine geringfügige Stelle annehmen das betonte sie besonders. Grund dafür waren allerdings keine Kinder oder andere familiäre Verpflichtungen. Nein, sie würde andernfalls schlicht ihren Anspruch auf Notstandshilfe verlieren. Wie man sich vorstellen kann, kam diese Dame um Haaresbreite nicht in die engere Auswahl. Und auch ich bin meiner Berufswahl treu geblieben und habe nicht ins Lehrfach gewechselt. Wobei es mir beileibe keine großen Schwierigkeiten bereitet hätte, diese „Hausaufgabe“ zu benoten. 48

das hochprozentige Interview Manuela Vorwerk, Chemie, rund 450 MitarbeiterInnen Eine Zeitlang waren wir intensiv auf der Suche nach Fachkräften für den Tiefbau. Gemeinsam mit einem Kollegen hatte ich zahllose Bewerbungen geprüft und schließlich auch Vorstellungsgespräche geführt. Eines Tages, kurz bevor wieder ein Bewerber zu uns kam, plauderten wir über den vergangenen Tag. Mein Kollege erzählte, dass er nach der Arbeit noch mit der Abteilung unterwegs war. Es schien ein sehr lustiger Abend gewesen zu sein, der wie es sich manchmal netterweise ergibt, wenn man eigentlich vorhat, zeitiger zuhause zu sein eben etwas länger dauerte. Und so wurde ausgelassen das Afterwork gefeiert und das eine oder andere Gläschen auch über den Durst getrunken. Nun gut, beschwingt durch den netten Plausch warteten wir gut gelaunt auf unseren Kandidaten. Als der Bewerber kam, gingen wir ins Besprechungszimmer und, oh wie peinlich, es breitete sich ein wirklich intensiver Alkoholgeruch im Raum aus. Umgehend wurde unser sonst so seriöses Besprechungszimmer zumindest in olfaktorischer Hinsicht in ein Altwiener Beisl verwandelt. Wir führten das Gespräch natürlich gewohnt professionell weiter, aber ich konnte an nichts Anderes denken, als daran, wie peinlich es doch war, dass der Kollege, der am Vortag unterwegs gewesen war, immer noch eine Alkoholfahne hatte. Aber was soll’s, da musste ich jetzt durch. Wir führten also das Gespräch bei möglichst flacher Atmung zu Ende, der Bewerber ging und ... das verräterische Aroma mit ihm. OMG! Daraufhin wurde die Situation für mich klar und ich sagte zu meinem Kollegen: „Also, ich hatte den Eindruck, dass der Bewerber nach Alkohol roch.“ Auch der Kollege meinte, dass ihm die Fahne schon aufgefallen wäre. Geplagt von meinem schlechten Gewissen aufgrund der Fehleinschätzung meinerseits musste ich ihm dann doch gestehen: „Ich hatte ja eigentlich zuerst geglaubt, dass das du warst.“ Darauf haben wir wirklich herzhaft gelacht. Denn natürlich war es der Bewerber gewesen, der mir zwar gar nicht angetrunken vorkam, aber dennoch stark nach Alkohol roch, und nicht mein sehr geschätzter Kollege. Gegen weitere Afterwork-Abende ist also zum Glück nichts einzuwenden. 49

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