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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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… bevor ich noch

… bevor ich noch empört reagieren konnte, schossen ihre beiden Hände nach vor und grapschten nach meinem Busen. Eine Grapsch -Affäre Barbara Yiangou, Personaldienstleistung, rund 1.300 Mitarbeiter Bei einem Bewerbungsgespräch müssen KandidatInnen zwar ihren gesamten beruflichen Werdegang offenlegen, aber private, vor allem intime Angelegenheiten gehören nicht dazu. Das sah eine Bewerberin, die sich bei mir für eine Stelle im gehobenen Assistenzbereich vorstellte, sichtlich anders. Ihr Auftreten war sehr souverän und sie machte einen überaus kompetenten Eindruck. Auch hatte sie einen sehr stabilen Lebenslauf inklusive Vorgeschichte bei einem traditionellen Versicherungsunternehmen. Das Bewerbungsgespräch verlief bestens, die Gesprächsatmosphäre war höchst angenehm und entspannt. Ich war sehr beeindruckt von dem gesamten Erscheinungsbild der jungen Dame. Was mich dazu veranlasste, ihr ein nettes Kompliment zu ihrer Professionalität zu machen. Es kann sein, dass sie das völlig missverstand, denn sie wurde daraufhin sehr privat, um nicht zu sagen aufdringlich. Als ich mich zum Abschluss des Bewerbungsgesprächs erkundigte, ob sie noch Fragen hätte, geschah etwas völlig Unerwartetes: „Es würde mich interessieren, ob Ihre Oberweite echt ist. Darf ich mal greifen?“, kam es nonchalant von den Lippen der „seriösen“ Bewerberin, und bevor ich noch empört reagieren konnte, schossen ihre beiden Hände nach vor und grapschten nach meinem Busen. Ich erstarrte vor Schreck. Nachdem ich mich etwas gefangen hatte, äußerte ich meinen Unmut und gab ihr deutlich zu verstehen, dass solche Intimitäten im Rahmen eines Bewerbungsgespräches viel zu weit gehen würden. „Ist doch nichts dabei, wir sind ja unter uns Frauen “, meinte sie seelenruhig, „ich möchte nämlich auch meine Brüste operieren lassen und bin auf der Suche nach einem guten Schönheitschirurgen. Bei Ihnen hat einer offenbar gute Arbeit geleistet, denn ihr Busen sieht ja recht nett aus.“ Das sollte wohl ein Kompliment sein. Ich widerstand dem Impuls, ihr zu erklären, dass ich meine Oberweite keineswegs einem Schönheitschirurgen zu verdanken hätte. Stattdessen erklärte ich der Dame entschieden, dass dieses Gespräch für mich beendet wäre. Daraufhin verließ sie zutiefst beleidigt mein Büro. 58

Faxereien Ing. Erich Rathgeb, Automotive/KFZ-Produktion, rund 15.000 MitarbeiterInnen Die Geschichte spielte sich vor vielen Jahren ab, als ich noch als junger Ingenieur in der Kalkulation tätig war. Ich sollte für meinen Vorgesetzten, der in Brasilien auf einer wichtigen Preiskonferenz war, Kalkulationen für unsere Produkte erstellen. Eine mühselige Arbeit, die enorm viel Zeit in Anspruch nahm und mit entsprechender Akribie erledigt werden musste. Immerhin hing sowohl der Verkaufserfolg als auch in weiterer Folge das wirtschaftliche Ergebnis des Unternehmens von genau diesen Kalkulationen ab. Ich muss kurz erwähnen, dass sich diese Geschichte in einem Zeitalter zutrug, in dem wir armen Arbeitstiere uns weder der Schnelligkeit von E-Mails noch der unendlichen Weiten des Internets bedienen konnten und der Informationstransfer primär per Post abgewickelt wurde. Für die damaligen vorsintflutlichen Verhältnisse arbeiteten wir bereits auf dem höchsten Stand der Technik und versendeten Unterlagen und Kalkulationen via Fax in die große weite Welt. Aber kommen wir zur Geschichte zurück: Meine Aufgabe war es also, diese enorm wichtigen Kalkulationen per Fax nach Brasilien zu schicken. Natürlich gingen immer nur ein oder zwei Seiten auf einmal durch und ich musste jedes Mal bei der Sekretärin vor Ort anrufen und mir bestätigen lassen, dass die Seiten auch tatsächlich angekommen waren. Nach zwei nervenzerreißenden und schweißtreibenden Stunden waren schlussendlich tatsächlich alle zehn(!) Seiten durch und der Erhalt von der Sekretärin bestätigt. Als eine Woche später mein Chef erneut in Amt und Würden war, ließ ich es mir selbstverständlich nicht nehmen, ihn zu fragen, wie es denn in Brasilien gelaufen wäre und vor allem, ob meine mühselig übermittelte Kalkulation hilfreich gewesen wären. Er sah mich mit gequältem Gesichtsausdruck an und erklärte mir, dass leider keine einzige Seite lesbar bei ihm angekommen war und er vor Ort selbst die Kalkulation erneut berechnen musste. Hauptsache, ich hatte mich hier zwei Stunden mit Fax, Sekretärin und Co gequält … Seit diesem Erlebnis habe ich jedenfalls eine klare Regel: Man muss Menschen nicht nur fragen, ob sie Dinge erhalten haben, sondern ob diese auch verstanden worden oder in meinem Fall: lesbar sind! 59

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