Aufrufe
vor 1 Jahr

HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

  • Text
  • Karriere
  • Bewerbung
  • Recruiting
  • Personal
  • Personalwesen
  • Resources
  • Humor

Auch mein damaliger

Auch mein damaliger Chef, ein Connaisseur wie er im Buche steht, rauchte mit glühender Passion und zwar nicht Zigaretten, sondern Pfeife. Seine handgefertigte Pfeife aus glänzendem Olivenholz stopfte er mit einem ganz wunderbar duftenden Tabak. Dieses sehr spezielle Aroma hatte es mir so angetan, dass ich unbedingt wissen wollte, um welche Marke es sich handelte. Nichts leichter als das, könnte man meinen wäre ich nur aufgrund meiner jungen Jahre nicht viel zu schüchtern gewesen, ihn rundheraus nach dem Hersteller zu fragen. Eines Tages ergab sich allerdings die glückliche Fügung, dass mein Vorgesetzter seine Tabakdose bei einer Besprechung prominent auf seinem Schreibtisch liegen hatte und kurz aus dem Zimmer gerufen wurde. Eilig schnappte ich mir die Schatulle und notierte mir den Markennamen. Am Abend kam ich freudestrahlend nach Hause und berichtete meiner Frau von meinem Coup. Sie drängte mich, den guten Tabak doch gleich zu probieren, und voller Vorfreude stopfte ich mir mein Pfeifchen. Doch dann die Enttäuschung: Der Tabak schmeckte und roch nach … nichts! Ich war fassungslos. Hatte sich der Trafikant etwa geirrt und mir fälschlicherweise eine andere Sorte verkauft? Eingehend vergewisserte ich mich, dass der Name auf meinem Notizzettel mit jenem auf der Dose übereinstimmte. Man konnte dem gewissenhaften Händler wirklich keinen Vorwurf machen und ich hatte somit auch kein Ventil für meinen Unmut. Ein paar Tage später nahm ich meinen Mut zusammen, fasste mir ein Herz und erzählte meinen Chef, dass ich mir denselben Tabak wie er gekauft hätte, davon aber sehr enttäuscht wäre. Anstatt es mir übel zu nehmen, dass ich Jungspund es wagte, seinen erlesenen Geschmack in Frage zu stellen, lachte er schallend. Er fände den Tabak aus der Dose auch wirklich grässlich, erklärte er nur die Schatulle hätte es ihm angetan, weil sie so praktisch wäre. An diese Möglichkeit hätte ich nun im Leben nicht gedacht! Zwar war ich einigermaßen erleichtert über die einfache Erklärung des Mysteriums, andererseits würde es wohl noch ein wenig dauern, bis ich mir wieder so teuren Tabak leisten könnte. Keine Woche später erlebte ich eine der schönsten Gesten meiner beruflichen Laufbahn: Mit den besten 76

Wünschen meines Chefs wurde mir ein Päckchen mit 100 Gramm des begehrten Tabaks überreicht das ich „zu Ehren“ meines Vorgesetzten selbstverständlich direkt in meine unlängst erstandene Dose füllte. Auch wenn ich den Tabak auch später noch ab und zu rauchte so ausgezeichnet wie damals hat er mir nie wieder geschmeckt. Elterliche Pflichten anonym, Chemieindustrie, 5.485 MitarbeiterInnen Das Gute an einer Schwangerschaft ist außer dem Offensichtlichen natürlich dass man in der Regel ausreichend Zeit hat, um die Ankunft des neuen Erdenbürgers minutiös zu planen und vorzubereiten (ganz anders als es dann nach der Geburt zugeht). Auch im Büro bleibt neben regem Informationsaustausch mit Bereits-Eltern und blumigen Entzückensbekundungen von Vielleicht-Bald-Eltern üblicherweise genügend Spielraum, um die Übergabe aller Agenden zu organisieren. So hatte auch ich das für meine eigene Karenzzeit vorgehabt. Die Projektverantwortliche bei unserem Personaldienstleister war richtiggehend konsterniert, als wir bereits Monate vor Beginn meines Mutterschutzes eine Vertretung zu engagieren gedachten. Mit einem Augenzwinkern fragte sie mich sogar, wie sie nun so ganz ohne eigentlich schon verstrichene Deadline zur Höchstform in der Bewerberauswahl auflaufen sollte. Um die bestmögliche Kandidatin zu gewinnen, legten wir die Latte sogar nochmals höher und stellten der interimistischen Kollegin nach der einjährigen Vertretungszeit eine Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einer Vollzeitstelle in Aussicht. Ich selbst konnte nach der Elternzeit ja nur noch in Teilzeit arbeiten. Mit immer dickerem Bauch und meinem letzten Arbeitstag als Stichtermin vor Augen hatte ich die Einarbeitung sehr intensiv gestaltet. Alles lief wunderbar bis zu dem Zeitpunkt, als zwei Wochen vor meinem letzten Arbeitstag die Dame aus heiterem Himmel bei der Zeitarbeitsfirma kündigte. Wie mir unsere Betreuerin fassungslos mitteilte, hatte sie die Kündigung nicht einmal selbst vorgenommen: Ihr Vater hatte das Kündigungsschreiben morgens direkt bei ihnen am Empfang abgegeben. Offenbar war ihr eine 77

AKADEMIKERiNNEN-GUIDE

Der AKADEMIKERiNNEN-GUIDE 2018 von CAREER

MATURANTiNNEN-GUIDE

Der MATURANTiNNEN-GUIDE 2018 von CAREER

CAREER

CAREER Monitor 2018