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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Mit meinem puterroten

Mit meinem puterroten Kopf und etwas eingezogenen Schultern verließ ich auf schnellstem Wege das Büro. Ein Küsschen in Ehren Barbara Yiangou, Personaldienstleistung, rund 1.300 Mitarbeiter Ich muss gestehen, dass auch mir einmal ein Fauxpas unterlaufen ist, der mir heute noch ein wenig im Magen liegt. Es war in der Osterwoche und wieder einmal Zeit für die Kunden-Kontaktpflege in Form von kleinen Aufmerksamkeiten. In den diversen Büros häuften sich die Osternester, gefüllt mit bunt bemalten Eiern, Schokohasen und -lämmern. Man will ja seinen KundInnen wirklich Freude bereiten, und als Dienstleister sollte man sich da schon etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Speziell natürlich, wenn es um Feiertage wie Weihnachten oder Ostern geht. Da wir jedoch in einem eher konservativen Bereich tätig sind, dürfen die Aktionen nicht zu kreativ oder ausgefallen sein. Unsere KundInnen schätzen eben das Beständige, Traditionelle. Nach kurzem Überlegen kam ich zu dem Entschluss, dass Kulinarisches immer gut ankäme, und wählte diesmal die bei uns so beliebte Osterpinze (eine traditionell österreichisch-slowenische Ostermehlspeise aus Germ- bzw. Hefeteig). Ich war also an einem schönen Frühlingstag unterwegs, um meine Osterpinzen zu verteilen. Selbstverständlich ließ ich mir dabei nicht die Gelegenheit entgehen, wieder einmal ein paar persönliche Worte mit meinen KundInnen zu wechseln. Schmatz! 86

Mein Besuch galt einem wirklich sehr traditionellen Unternehmen, dessen Einkaufsleiter ein überaus korrekter und strenger Herr ist. Ich brachte ihm die Pinze, die ihm auch offensichtlich Freude machte, plauderte ein wenig, merkte aber, dass er nicht viel Zeit hatte. Daher machte ich mich bald an die Verabschiedung. Wir erhoben uns beide, gingen aufeinander zu, reichten uns die Hände und mein Gegenüber beugte sich ganz leicht nach vorne. Wahrscheinlich wollte er einfach nur seinen Rücken entspannen, aber ich hatte diese Geste völlig missinterpretiert und drückte dem verdutzten Mann links und rechts ein Küsschen auf die Wange. Erst da wurde mir klar, dass ich einem unglaublichen Missverständnis aufgesessen war. Schlagartig wurde ich zur roten Laterne. Ich glaube, das rote Leuchten konnte man noch vor dem Haus sehen. Mit meinem puterroten Kopf und etwas eingezogenen Schultern verließ ich auf schnellstem Wege das Büro. So blitzschnell habe ich mich noch nie verdrückt. Der Eindruck ist jedoch geblieben, dass sich unser Verhältnis nach dem „Busserl-Gate“ ein klein wenig entspannt hat und mir der respektable Einkaufsleiter etwas wohlgesonnener ist als zuvor. Wenn wir einander die Hände reichen, erscheint sogar manchmal ein leichtes Schmunzeln auf seinem sonst so ernsten Gesicht. Das heißt allerdings nicht, dass ich diese doch etwas intime Freundschaftsbezeugung jemals wiederholen werde. Als unsere Personaler sprinten lernten Mag. Thomas Denkinger, LKW WALTER Internationale Transportorganisation AG Wenn KandidatInnen sich mehrmals bei einem Unternehmen bewerben, ist das üblicherweise ein Indikator für sehr großes Engagement und Interesse. Gelegentlich ist es aber auch ein Zeichen obsessiver Beharrlichkeit. Über ersteres freuen sich Personalverantwortliche, über letzteres weniger. So auch im Fall dieser Kandidatin, die sich regelmäßig wiederkehrend bei uns auf unterschiedliche vakante Stellen beworben hatte. Ihre Qualifikationen passten zwar nie zum Anforderungsprofil, dennoch versuchte sie es unermüdlich immer wieder und ließ sich durch keine Absage weder schriftlich noch mündlich beirren. Irgendwann dürfte sie jedoch einen Punkt überschritten haben, der sie veranlasste, sich ohne jegliche 87

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