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HUMOUR RESOURCES – Schräges und Skurriles aus der Welt der Personalabteilungen

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Ist das Teil des

Ist das Teil des Eignungstests? Sollte ich so mein Durchhaltevermögen zeigen? Und was würde Amnesty International dazu sagen? Aufnahmetest der anderen Art Mag. Rene Angermair, MA, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft Es steht außer Frage, dass sich (vor allem gut qualifizierte) BewerberInnen heutzutage einiges gefallen lassen müssen, um ihren Traumjob zu erlangen. Mehrstufige Bewerbungsgespräche finden schon in fast jedem Bewerbungsprozess statt und auch Assessment-Center und Aufnahmetests sind keine Seltenheit mehr. Diese Aufnahmeverfahren prüfen im Idealfall kognitive Fähigkeiten, psychische Belastbarkeit und Teamfähigkeit ab. Manchmal wird daraus allerdings auch ein Kampf des Menschen gegen seine eigene Natur. Normalerweise versuchen wir, die ohnehin schon nervösen KandidatInnen vor einem Eignungstest nicht über Gebühr zu belasten. Sie sollen sich in aller Ruhe auf die bevorstehende Arbeit konzentrieren können. Aus diesem Grund stellen wir den BewerberInnen auch einen Lehrling an die Seite, an den sie sich bei Fragen oder nach Beendigung des Tests wenden können. Einer unserer Kandidaten, der zuvor bereits voll auf den Test fokussiert gewesen war, hörte jedoch mitten während der Aufgabe plötzlich den Ruf der Natur. Der Ruf war laut und nicht enden wollend. Besorgt, dass der Eignungstest „plötzlichen Harndrang in Stresssituationen“ diagnostizieren würde, blieb der Bewerber vorerst still. Vermutlich wurden die Zahlen am Bildschirm in seiner Wahrnehmung irgendwann zu Wassertropfen, die stetig den Desktop entlangflossen es kam jedenfalls zu dem Punkt, an dem selbst jegliche Form von Zen-Meditation nichts mehr geholfen hätte. Eine Toilette musste her. Wie angeordnet, wandte sich der Kandidat an den Lehrling und fragte verzweifelt nach dem Weg zum nächsten WC. Der Lehrling jedoch, der selbst noch nicht lange im Unternehmen war, interpretierte das Gezappel als Nervosität, verstand nur die Hälfte und dachte, der Bewerber sei fertig mit dem Test. Ordnungsgemäß verwies er ihn auf die Frau Personalistin, die gleich kommen würde. Man kann sich nur ansatzweise vorstellen, welche Fragen in diesem Moment im Kopf 8

des Kandidaten herumschwirrten. Ist das Teil des Eignungstests? Sollte ich so mein Durchhaltevermögen zeigen? Und was würde Amnesty International dazu sagen? Die HR-Verantwortliche tauchte schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit auf, erkannte die Ratlosigkeit und das Entsetzen im Gesicht des Bewerbers und wies ihm den richtigen Weg. Für den Kandidaten mag das ein einzigartiges Erlebnis gewesen sein, aber immerhin steht einer Karriere als US-Marine jetzt nichts mehr im Wege. Dort sind derartige Prüfungen an der Tagesordnung. Im Osten viel Neues anonym, Dienstleistung, rund 3.300 MitarbeiterInnen Was wissen wir schon realistisch von den Menschen, die uns tagtäglich im Berufsleben begegnen? Man grüßt einander kopfnickend am Gang, misst ab und an die Kräfte am Verhandlungstisch, tauscht anschließend Höflichkeiten beim gemeinsamen Mittagessen aus und kämpft Seite an Seite beim Charity-Sportevent um den begehrten Siegerpokal. Doch hinter jeder noch so glatten und auf Hochglanz polierten Fassade können sich Abgründe auftun, die selbst den Marianengraben vor Neid erblassen lassen würden. Ich könnte stundenlang Geschichten darüber zum Besten geben, was ich im Laufe meiner Tätigkeit, insbesondere als Recruiter, bereits erlebt habe. Über so manches Geschehnis empfiehlt es sich freilich, den Mantel des Schweigens zu breiten für immer. Eine ganz besondere Anekdote möchte ich Ihnen jedoch nicht vorenthalten: Ein internationaler Konzern mit mehreren tausend MitarbeiterInnen war auf der Suche nach einem geeigneten Geschäftsführer für eine Tochterfirma im Osten. Nun ist eine solche Position stets recht anspruchsvoll zu besetzen, da sie mit einer entsprechenden Repräsentation des Unternehmens im jeweiligen Land sowie mit einer damit verbundenen beträchtlichen Verantwortung einhergeht. Folglich gilt es im Rahmen des Recruiting-Prozesses nicht nur, eine angemessene Entlohnung festzulegen, sondern darüber hinaus auch ein ansprechendes „Rundum-Sorglos-Paket“ mit komfortablem Firmenwagen und repräsentativer Dienstwohnung zu schnüren, um die besten KandidatInnen zu gewinnen. Diese Herausforderung meisterten wir bravourös: Rasch war ein geeigneter Bewerber identifiziert, der einen überaus zuverlässigen 9

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